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2009 - BADENHEIM 1939

von AHARON APPELFELD, Regie: Piotr Szalsza, Schlesisches Theater Kattowitz

Ausschnitte aus den Kritiken der Premiere am 21.11.2009; übersetzt von Mag.Anna Rutkowski

„Ferien bis zum Tode“
Aleksandra Czapla-Oslislo
Gazeta Wyborcza Katowice Nr. 276 – 26.11.2009

„Badenheim 1939“ [...] ausgezeichneter Text und viele gute Szenen. Die Spannung auf der Bühne wächst langsam an. Mit jeder Minute ändert sich auf perfekte Art und Weise der Ton der Stimme von Dr. Pappenheim (Wieslaw Slawik), dem Festivaldirektor, der mit steigender Unruhe mit allen Protagonisten das magische Wort „Festspiele“ aufschreit. Sichtbar geschieht nichts Böses, irgendwas ist dennoch anders. Im Stockwerkzimmerchen beobachten wir Trude (eine subtile, wunderbare Gastrolle der Österreicherin Nika Brettschneider) und ihren Ehemann Martin (der Österreicher Andreas Kosek). Sie ahnt das Übel, noch fehlt es ihr an Worten, um es bei Namen zu nennen. [...]

„Man erstarrt und im Hals bleibt etwas stecken“
Tomasz Klauza
Dziennik Teatralny – 01.12.2009

Im heurigen Jahr, im Rahmen des in Warschau stattfindenden Treffens von Nationaltheatern präsentierte das Wiener Burgtheater „Der Weibsteufel“ (u.a. mit der phänomenalen Birgit Minichmayr). Wenn jemand versäumt hat eine Eintrittskarte zu kaufen aber immer noch interessiert ist zu hören, wie die Sprache von Goethe aus dem Mund der österreichischen Schauspieler ertönt, sollte sich ins Schlesische Theater zu „Badenheim 1939“ begeben.
Andreas Kosek (Martin) und Nika Brettschneider (Truda) sind glänzend. Die Gespräche des Apothekers mit seiner psychisch kranken Ehefrau klingen außerordentlich natürlich. Man hört, dass diese Sprache den Wiener Schauspielern im Blut liegt. Die Dialoge werden auf solch eine ungezwungene Weise geführt, dass der Zuschauer nach einer Weile vergisst, dass er sich im Theater befindet. Wiederum die Wienerin – Liliana Niesielska (Fürstin Milbaum) bewältigt unübertrefflich die Genick brechenden Sequenzen der Sprachmischung bestehend aus Italienisch, Französisch, Polnisch und Deutsch. Das Inszenierung von Piotr Szalsza ist schlüssig auch für diejenigen, die den Roman von Appelfeld nicht kennen. Der Regisseur zeigt vorzüglich das wachsende Grauen, welches seinen Anfang in den von den Beamten der Sanitärabteilung verteilten Ankündigungen nimmt. Die Atmosphäre der Androhung unterstreicht die minimalistische und vieldeutige Musik von Zbigniew Bargielski.